Weinlagerung: Was Sie beim Aufbewahren von Wein beachten sollten

Wein zu lagern halten viele Menschen für ein höchst anspruchsvolles Hobby. Sie fragen sich: Ist es sinnvoll, eine Sammlung anzulegen? Oder ist es vorteilhafter, den Wein schnell aufzubrauchen? Wie kompliziert ist es eigentlich, Rotwein zu lagern? Wie lange man Weißwein lagern kann, ist eine weitere beliebte Frage. Es gibt viele falsche Vorstellungen darüber, wie man Wein lagern muss. Einen Weinkeller brauchen Sie dafür jedenfalls nicht. Damit bei der Weinlagerung Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen, reichen theoretisch ein Thermo- und ein Hygrometer aus. Es ist vor allem wichtig, Wein kühl zu lagern. Antworten auf die Frage, welche Bedingungen wichtig sind, um Wein zu lagern, liefert dieser Ratgeber.

Checkliste zur optimalen Weinlagerung

Kühl oder warm: Bei welcher Temperatur lagert man Wein?

Bei der Weinlagerung ist die Temperatur einer der bedeutendsten Faktoren, um die Qualität zu erhalten. Dabei wissen nur wenige Menschen aus dem Kopf, bei welcher Temperatur man Weiß-, Rosé- oder Rotwein lagern sollte. Allgemein gilt: Mit steigender Lagertemperatur beschleunigt sich der Reifeprozess. Aromen gehen mit der Zeit leicht verloren, egal um welche Weinsorte es sich handelt. Überschreiten Sie die obere Temperaturgrenze von 21°C möglichst nicht.

Kälte verträgt sich schon besser mit der Weinlagerung, aber nicht in extremer Ausprägung. Wein lässt sich zwar einfrieren, doch dabei geht ebenfalls Geschmack verloren. Nutzen Sie lieber Ihren Kühlschrank, um Weiß- oder Rotwein zu lagern. Länger als fünf Monate sollte, die Flaschen aufgrund der Erschütterungen aber nicht darin bleiben. Bei welcher Temperatur lagert man also Wein? Es ist sinnvoll, Wein kühl zu lagern. Bei der Weinlagerung ist eine Temperatur von 12 bis 13°C optimal. Dann reift der Wein in der Flasche weiter. Immer noch akzeptabel ist eine Temperatur zwischen 7 und 18°C.

Fragen Sie sich nicht nur, welche Temperatur richtig ist, um Wein zu lagern. Versuchen Sie zusätzlich, große Temperaturschwankungen zu vermeiden. Diese beeinflussen die Qualität des Korkens. Er kann schrumpfen und den Wein ungenießbar machen.

Licht bei der Weinlagerung: Soll es dunkel oder hell sein?

„Welche Temperatur, um Wein zu lagern?“ sollte nicht Ihre einzige Frage bei der Weinlagerung sein. Wein verträgt Licht genauso schlecht wie Hitze. Steht Wein hell, fördert das Licht den Alterungsprozess. Das liegt auch daran, dass Lichtquellen wie die Sonne Wärme abstrahlen. Hinzu kommt die schädliche UV-Strahlung. Sie zerstört Farbpigmente und Aromen. Wein kühl zu lagern, reicht also nicht aus. Eine verdunkelte Umgebung ist ebenso wichtig, wenn Sie Rot- oder Weißwein lagern wollen. Die Antwort auf „Wie lange kann man Rotwein lagern“ hängt also auch vom Lichteinfall ab. Je heller der Wein steht, desto kurzlebiger ist er.

Getönte Weinflaschen helfen Ihnen, wenn Sie Wein lagern möchten. Braunes und grünes Glas schützen die Flüssigkeit vor Licht, aber leider nicht vor Wärme. Sorgen Sie also trotzdem für zusätzliche Abschirmung. Improvisieren Sie, indem Sie eine Decke auflegen. Oder bewahren Sie Wein in der Weinkiste auf. Deckel von Holzkisten sollten locker aufliegen, damit die Luft zirkuliert. Pappkisten sind nicht empfehlenswert, wenn Sie Wein kühl lagern möchten, denn sie ist nicht stabil genug. Klebstoffe und Weichmacher von Kunststoffkisten geben außerdem Schadstoffe ab, die stören wenn Sie Weiß- oder Rotwein lagern.

Weiß- und Rotwein lagern trotz Gerüchen: Wie reagiert der Wein?

Wein lagern Sie besser nicht in Umgebungen mit strengen Gerüchen. Korken und einige Schraubverschlüsse lassen den Luftaustausch zu, denn dann reift der Wein in der Flasche weiter. Daher ist es auch nicht sinnvoll, Weinflaschen luftdicht aufzubewahren. Leider gelangen auch unerwünschte Geruchsstoffe auf diesem Weg ins Flascheninnere, wenn Sie Rot- und Weißwein lagern.

Wie lagert man Wein, ohne dass ein Geruch das Aroma manipuliert? Wählen Sie keine modrigen Keller, Küchen oder Vorratsschränke als Lagerorte aus. Auch in Garagen und Waschküchen hat Wein nichts verloren. Wählen Sie einen Platz, an dem frische, saubere Luft ohne Schadstoffe zirkuliert. So bewahrt sich der Wein sein gutes Aroma.

Wie lagert man Wein: Braucht man für die Weinlagerung Luftfeuchtigkeit?

Eine weitere Herausforderung neben der, den Wein kühl zu lagern, ist die Luftfeuchtigkeit. Dieser Faktor ist besonders bei Weinflaschen mit Naturkorken wichtig. Optimal sind 50 bis 80%. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, trocknen Korken aus. Sie verlieren Volumen, schrumpfen und lassen zu viel Sauerstoff hindurch. Ein oxidierter Wein schmeckt fad. Steht Wein hingegen zu feucht, schrumpft der Korken zwar nicht, dennoch begünstigt die Luftfeuchtigkeit die Schimmelbildung.

Warten Sie nicht zu lange mit dem Herstellen der optimalen Luftfeuchte, wenn Sie Weiß- oder Rotwein lagern möchten. Probleme entstehen manchmal schon innerhalb von Tagen. Durch kontrolliertes Lüften lässt sich die Luftfeuchtigkeit senken, ansonsten helfen Luftentfeuchter weiter. Brauchen Sie mehr Luftfeuchtigkeit, stellen Sie Wasser in Schalen zum Verdunsten auf.

Für eine sichere Weinlagerung waren Temperatur und Luftfeuchtigkeit schon immer wichtig. Früher wurde ein Wert von mindestens 70 Prozent empfohlen, wenn man Rot- oder Weißwein lagern wollte. Das gilt inzwischen als veraltet, anders als das Gebot, den Wein kühl zu lagern. Moderne Verschlussarten machen die hohe Luftfeuchtigkeit unnötig. Die meisten Weine werden außerdem nicht mehr lange zu Hause gelagert. Bei der Weinlagerung ist die Temperatur also viel wichtiger.

Rot- und Weißwein lagern: Lieber stehend oder liegend?

Wein zu lagern funktioniert auf beide Arten, egal ob Sie Rot- oder Weißwein lagern. Achten Sie auf den Verschluss. Eine Flasche mit Naturkork sollten Sie eher liegend und eine mit Schraubverschluss eher stehend lagern. Beim Korken geht es wieder darum, sein Volumen zu erhalten, wenn Sie Wein lagern wollen. Innen entsteht kein Schimmel, denn Alkohol tötet Sporen zuverlässig ab. Wer nicht möchte, dass Korken den Geschmack verändern, stellt Wein zum Lagern auf und verbraucht die Flaschen zügig.

Durchdachte Weinlagerung: Temperatur und Luftfeuchtigkeit optimiert, keine Erschütterungen

Wie lagert man Wein, der noch reifen soll? Es ist ein Nachteil, wenn dauerhaft Erschütterungen auftreten. Wein enthält einen Bodensatz (Depot). Dieser verbessert den Wein. Doch er darf nicht ständig herumwirbeln. Dauerhafte Erschütterungen stören die Entwicklung des Aromas. Nur in Ruhe reift Wein in der Flasche weiter.

Wie lange kann man Weißwein lagern; oder einen Rotwein? Lagern Sie einen fertig gereiften Wein, ist er nicht mehr allzu anfällig. Dennoch halten Sie Ihr Weinlager möglichst fern von Kühlschränken, Verkehrswegen und anderen Vibrationsquellen. Kurzfristige Erschütterungen sind aber kein Problem, wenn Sie Wein lagern. Das Depot setzt sich wieder, sobald die Flasche zur Ruhe kommt.

Optimale Orte im Haus, um Weiß- und Rotwein zu lagern

Die Weinlagerung im Keller ist für viele der Klassiker, um Rot- oder Weißwein zu lagern. Leider eignet sich nicht jeder Keller, zum Beispiel aufgrund von Schimmel oder Modergeruch. Moderne Keller sind auch nicht immer ideal, da häufig zu trocken, zu warm oder zu unruhig.

In der Abstellkammer sollte es nichts Riechendes oder Schadstoffhaltiges geben, dann eignet sich der Raum, um Rot- oder Weißwein zu lagern. Die Vorteile sind die Ruhe und die Kontrollmöglichkeiten. Wichtig ist, dass Sie für Dunkelheit sorgen, um den Wein zu lagern. Beachten Sie bei der Weinlagerung auch die Temperatur, dann reift Wein in der Flasche weiter.

In der Küche treten viele Hürden zusammen auf, etwa Temperaturschwankungen und Hitze. Es gibt viele Erschütterungen, außerdem machen ständig irgendwelche Gerüche auf sich aufmerksam. Die Bedingungen für die Weinlagerung sind also nicht gut genug.

Weinflaschen sind oft sehr dekorativ. Sie sollten aber lieber nicht das Wohnzimmer zieren, wenn Ihnen etwas am Aroma liegt. In der Heizperiode ist es in der guten Stube oft wärmer als 21°C. Das ist zu warm. Wein gehört auch wegen der Lichtintensität nicht in den Wohnraum.

Im Direktvergleich ist das Schlafzimmer besser geeignet, sofern Sie den Raum kühl halten. Bei der Weinlagerung ist die Temperatur entscheidend, wie Sie wissen. In welchen Fällen lagert man Wein im Schlafzimmer? Es sollte nach Norden zeigen, sodass die Sonne nicht hineinscheint. Auch im Schlafzimmer reift Wein in der Flasche weiter.

Die Garage ist meist ungeeignet. Ausdünstungen von Fahrzeugen oder Autozubehör gelangen über die Luft durch den Korken in den Wein. Die Garage kann jedoch ein passender Lagerort sein, wenn für die Weinlagerung Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen und keine Schadstoffe und Abgase vorhanden sind.

Sind die Bedingungen im Haus für eine Weinlagerung zu schlecht, hilft ein Weinklimaschrank. Er hält bei der Weinlagerung die Temperatur konstant. Viele Modelle schützen zudem vor Vibrationen, sodass Sie ungestört Rot- und Weißwein lagern können. Ein Aktivkohlefilter fängt Gerüche auf und lässt sogar die Lagerung in der sonst ungünstigen Küche zu. Zusätzliche Funktionen wie Kindersicherungen oder Designelemente sind keine Seltenheit. Stil ist durchaus erlaubt, wenn Sie Wein lagern.

Weinlagerung nach Weintyp

Wie lange kann man Rotwein lagern, oder einen Weißwein? Hinweise für die Weinlagerung finden Sie manchmal auf den Etiketten. Leider werden Weine mit dem Alter nicht immer besser. Die meisten von ihnen haben den perfekten Reifegrad bereits erreicht, wenn Sie ihn kaufen. Das heißt, sie sind für den baldigen Genuss gedacht. Aber auch in diesen Fällen sollten Sie bei der Weinlagerung Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Faktoren kontrollieren.

Kann man Weiß- oder Rotwein offen lagern? Das ist nur für kurze Zeit sinnvoll. Verbrauchen Sie offenen Wein möglichst bald. Sie fragen sich, welche Temperatur beim Wein lagern Sie beachten sollten, wenn die Flasche offen ist? Nutzen Sie den Kühlschrank, um offenen Weiß- oder Rotwein zu lagern. Möchten Sie Weiß- oder Rotwein offen lagern, können Sie ihn auch einfrieren. Beachten Sie: Es geht immer Aroma verloren, egal ob Sie bei der offenen Weinlagerung die Temperatur beachten.

Es ist nur bei drei bis zehn Prozent der verkauften Flaschen sinnvoll, über längere Zeit Wein zu lagern. Besonders gut lagerfähig sind tanninreiche Rotweine. Weißwein mit hohem Säure- oder Süßegehalt lässt sich lange lagern. Das Rebenalter spielt ebenfalls in die mögliche Lagerdauer hinein. Trägt ein hochwertiger Wein zum Beispiel das Prädikat Beerenauslese, ist er mit bis zu 100 Jahren ausgesprochen lange haltbar. 🍷

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