Der Weinanbau –
Das richtige Weinanbaugebiet finden

Der Weinanbau wird bereits seit 5800 Jahre v. Chr. nachweislich betrieben. Sowohl die Sumerer, als auch die alten Ägypten, die Griechen und die Römer haben den Weinbau oder auch Rebbau kultiviert und immer weiter vorangetrieben. Mit dem Weinanbau in der heutigen Zeit hat dies allerdings nur wenig gemein, da sich die Trauben, die Rebsorten und der allgemeine Geschmack weiterentwickelt haben. Der Begriff Rebbau ist zum Weinanbau synonym zu verwenden und findet vor allem in der Schweiz eine häufige Verwendung. Damit Sie selbst Wein anbauen können, müssen viele Grundbedingungen stimmen. Wir haben uns an dieser Steller mit dem Rebbau und seinen Grundvoraussetzungen beschäftigt und bieten Ihnen alle Informationen übersichtlich strukturiert an.

Die Voraussetzungen für den Weinanbau

Um erfolgreich Wein anbauen zu können, müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Denn der Standort, die Bodenbeschaffenheit und auch das Klima spielen eine ebenso große Rolle wie die Pflege und das richtige Timing. Mit dem Thema der Winzerarbeit möchten wir uns an anderer Stelle beschäftigen, da dieses deutlich zu umfangreich für einen Exkurs für die Voraussetzungen des Rebbaus ist.

Der richtige Standort für den Rebbau

Wenn Sie Wein anbauen möchten, spielt der Standort für das Wein-Wachstum und somit auch für die Wein-Qualität eine entscheidende Rolle. Sowohl der geografische Standort des Weinbergs, aber auch dessen Ausrichtung entsprechend der Himmelsrichtungen hat einen enormen Einfluss auf das Wein-Wachstum. Guter Rebbau berücksichtigt all diese Grundbedingungen und verhilft somit zu einem optimalen Ergebnis.

Die Höhe und Neigung des Weinberges beachten

Laut Wissenschaftlern benötigt man zum Weinanbau rund 1600 Sonnenstunden im Jahr. Das bedeutet, dass die Höhe, die Neigung und die Ausrichtung des Weinbergs so gewählt werden müssen, dass nach Möglichkeit alle Reben gleichmäßig viel Sonne und auch Regen abbekommen. So ist eine Hangneigung von bis zu 45 Grad für viele Weine optimal geeignet. Bei der Höhe des Weinbergs kommt es auf viele Faktoren an. In Deutschland liegt die durchschnittliche Höhe der Weinanbaugebiete zwischen 100 und 400 Metern über dem Meeresspiegel.

Weinanbau in Wassernähe – wichtig oder unwichtig?

Wie Sie schön an der Mosel und an vielen anderen Weinanbaugebieten sehen können, ist die Nähe zum Wasser nicht verkehrt. Denn die Pflanzen brauchen beim Rebbau enorm viel Wasser, um sich gut zu entfalten. Ein Fluss in der Nähe bedeutet in der Regel auch einen guten und hohen Grundwasserspiegel, was den Weinanbau nachhaltig erleichtert.

Welchen Boden braucht der Wein?

Wer Wein anbauen möchte, sollte nicht nur auf den optimalen Standort achten, sondern vor allem auch die Bodenbeschaffenheit untersuchen lassen. Denn der perfekte Standort mit optimalen Klimabedingungen bringt nichts, wenn der Boden keine, zu wenig oder die falschen Nährstoffe aufweist. Zunächst einmal muss der Boden angenehm locker sein, sodass Wasser sicher abfließen kann. Denn Staunässe kann den Weinanbau unmöglich machen. Zudem ist ein Kalkboden bei Wein ungeeignet. Ein pH-Wert zwischen 5 und 7 ist optimal, da eine zu saure Umgebung dem Rebbau ebenfalls schadet.

Das Klima und der Wein – das gilt es zu berücksichtigen

Es ist nicht verwunderlich, dass nur in bestimmten Regionen Wein angebaut wird. Denn die klimatischen Bedingungen sind für den Weinanbau ebenso wichtig wie der Boden. Ohne das richtige Klima kann der Wein nicht wachsen und vor allem nicht seinen charakteristischen Geschmack ausbilden. Wenn Sie Wein anbauen möchten, sollten Sie daher die Faktoren Regen, durchschnittliche Sonnenstunden und die Temperatur im Weinanbaugebiet genauer unter die Lupe nehmen.

Regen, Sonnenschein und Temperatur – Klima und Wein – eine empfindliche Balance

Wer Wein anbauen möchte, sollte sich vor allem mit den klimatischen Bedingungen seiner Region beschäftigen. Denn viele der Rebsorten stellen sehr hohe Anforderungen an das Klima. Aus diesem Grund findet der Rebbau vornehmlich im gemäßigten Klima statt. Das bedeutet, dass es ausreichend Sonnentage geben muss, damit der Wein seinen charakteristischen Geschmack erhält. Die Sonne darf aber nicht zu intensiv werden, da sich in den Trauben sonst zu viel Zucker ablagert. Regelmäßiger Regen ist wichtig, um für eine gute Wasserversorgung der Pflanzen zu sorgen. Zudem darf die Temperatur weder im Frühjahr noch im Herbst zu schnell frostig werden, damit die empfindlichen Pflanzen nicht verderben und die Weinlese gelingt. Klima und Wein sind eng miteinander verbunden. Denn das Wein-Wachstum und die Qualität des Weins bedingen einen optimalen Boden und dort ein optimales Klima.

Unterschiedliche Rebsorten – unterschiedliche Anforderungen

Wenn Sie Wein anbauen möchten, können Sie zwischen tausenden Rebsorten wählen. Man geht davon aus, dass rund 17.000 unterschiedliche Rebsorten auf der Welt existieren, wenn auch nicht alle von diesen für den Weinanbau geeignet sind. Allerdings können sich die Anforderungen von Rebsorte zu Rebsorte durchaus unterscheiden. Wenn Sie noch keinen Standort haben und auch noch nichts über die Bodenbeschaffenheit wissen, können Sie auch gezielt nach Bedingungen für einzelne Rebsorten schauen.

Müssen alle Bedingungen erfüllt werden, um Wein anbauen zu können?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass beim Rebbau die verschiedenen Aspekte wie das Klima, die Lage und die Bodenbeschaffenheit passen. Doch wer Wein anbauen möchte, kann nicht immer auf perfekte Bedingungen hoffen. Es stellt sich also nicht nur die Frage „Welchen Boden braucht der Wein?“, sondern auch die Frage „Kann ich beispielsweise auch auf Kalkboden Wein anbauen?“. Wie Weinbauern aus aller Welt zeigen, müssen nicht alle Bedingungen perfekt stimmen, um leckeren und vollmundigen Wein im Rebbau zu erschaffen.

Beeinflussen beim Rebbau alle Faktoren das Wein-Wachstum und die Qualität des Weins?

Grundsätzlich beeinflussen alle Faktoren das Wein-Wachstum und somit die Qualität des Weins. Allerdings haben Faktoren wie das Klima für den Wein einen deutlich größeren Einfluss als die Bodenqualität, sofern es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Auf Kalkboden kann Wein problemlos im Weinanbau wachsen, wenn die anderen Bedingungen stimmig sind.

Der Weltrebengürtel – Was dieser ist und welche Bedeutung diesem zugemessen wird

Der Weltrebengürtel beschreibt die Regionen der Erde, in denen der Weinanbau überhaupt sinnvoll möglich ist. Der Gürtel erstreckt sich in Europa zwischen dem 40. und dem 50. Breitengrad und auf der südlichen Erdhalbkugel zwischen dem 30. und dem 40. Breitengrad. In diesen Regionen ist es nicht zu warm, dafür aber angenehm sonnig. Zudem herrschen die dringend benötigten, kühlen Temperaturen, damit die Trauben im Weinanbau nicht zu viel Süße produzieren und den Wein verschlechtern können.

Herausforderungen und Gefahren im Weinanbau

Wenn Sie Wein anbauen möchten, sollten Sie sich auch mit den Gefahren und Herausforderungen im Rebbau beschäftigen. Denn nicht nur ein Kalkboden ist für Wein eine Gefahr, sondern auch die Umwelteinflüsse werden schnell problematisch.

Dürre oder Frost – die Gefahren der Natur für den Rebbau

Dürre ist ein aktuelles Phänomen, welches in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Bei einer Dürre finden die Wurzeln der Weinrebe nicht ausreichend Wasser und müssen somit tiefer wurzeln. Das bedeutet, dass weniger Energie für die Blätter und die Trauben bereitsteht, was die Qualität des Weins und dessen Ertrag mindert. Doch auch ein später Frost kann für die jungen und gerade frisch wachsenden Pflanzen und Blüten zu einem Problem werden. Aus diesem Grund sollten Sie keinen Wein anbauen, wenn die Region für ihren späten Frost und tiefe Nachttemperaturen bekannt ist.

Der Weinanbau und der Klimawandel – eine gefährliche Mischung

Und damit sind wir beim Klimawandel angekommen. Denn dieser trifft viele Winzer härter, als wir es aus unserer Perspektive erkennen können. Vor allem die stärkeren Dürreperioden werden für den Weinanbau zu einem Problem, welches sich nur schwer kompensieren lässt. Zwar erhalten viele Rebsorten aufgrund des Klimawandels mehr Sonne, sodass das Wein-Wachstum verbessert wird, doch ohne eine künstliche und umfassende Bewässerung kann an vielen Rebbau-Gebieten bereits jetzt kaum mehr ertragreich Wein angebaut werden. Zudem sorgen die zu hohen Temperaturen für eine zu starke Entwicklung und Reifung der Trauben, was deren charakteristischen Geschmack verändern kann. 🍷

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